Der Boden ist höher geworden, das Dach noch nicht.
Wendepunkt 25.895 wanderte über Nacht um 105 Punkte nach oben; Spot 26.424 steht 76 Punkte unter der Call Wall 26.500, die gestern zum zweiten Mal absorbierte, US Retail Sales 14:30 CEST.
Der DAX eröffnet bei 26.424 (Stand 08:30 CEST) und damit in Schlagweite der 26.500 Call Wall, die gestern das Tageshoch bei 26.490 absorbiert hat. Der Wendepunkt 25.895 ist über Nacht um 105 Punkte nach oben gewandert und liegt jetzt rund 529 Punkte unter dem Spot, was die Regimebasis strukturell verfestigt. Beide Pole liegen weit auseinander; die Kernfrage des Tages ist, ob die Call Wall nach dem erneuten Anlaufen nachgibt oder ein weiteres Mal absorbiert. Der Verfall am 21. August in 7 Tagen verleiht dem Pre-OPEX-Fenster Rückenwind, und US Retail Sales um 14:30 CEST sind der einzige externe Zünder mit dem Potenzial, diesen Rahmen zu verschieben.
01Schlüssel-Levels
02Einordnung
Über dem Gamma Flip bei 25.895 dämpfen Dealer-Hedgingflüsse Bewegungen; Rücksetzer treffen dort tendenziell auf Absicherungsnachfrage.
An der Call Wall bei 26.500 steigt der Hedging-Druck der Dealer; das Level markiert die größte Call-Gamma-Konzentration.
An der Put Wall bei 25.000 konzentriert sich absicherungsgetriebenes Open Interest; dort ist die Hedging-Aktivität der Dealer erhöht.
Das HVL bei 25.895 markiert die Zone, in der das Gamma-Profil kippt; um dieses Level wechselt das Dealer-Hedging die Richtung.
Keine Anlageberatung. Reine Datenanalyse und Statistik; Handeln auf eigenes Risiko.
03Marktbild
Gestern testete der DAX die 26.500 Call Wall mit einem Tageshoch bei 26.490 und wurde absorbiert. Die Put Wall 25.000 blieb mit einem Tagestief bei 26.285 weit unerreicht. Die Call Wall hat damit ihr zweites Ablehnungssignal in Folge produziert, ohne nachzugeben.
Über Nacht ist der Wendepunkt 25.895 um 105 Punkte nach oben migriert. Eine gewanderte Regimegrenze ist eine strukturelle Aussage: das Positive-Gamma-Terrain hat sich ausgeweitet, der Bereich, in dem Market Maker dämpfend hedgen müssen, ist größer geworden. Die Call Wall 26.500 steht seit drei Snapshot-Tagen unverändert und hat in dieser Zeit OI aufgebaut (+10% gegenüber Vortag). Eine Wand, die OI anzieht statt abzugeben, wird mechanisch belastbarer, nicht schwächer.
Der VDAX steht bei 15,49 im nullten Perzentil der letzten 90 Handelstage. Das ist keine Aussage über Richtung, aber eine Aussage über Kompression: die implizite Volatilität ist so tief wie selten zuvor in diesem Fenster. Kompression auf diesem Niveau macht den Markt anfällig für sprunghafte Neubewertungen, sobald ein externer Katalysator ausreicht. Die IV-Prämie liegt bei +4,3 Punkten über der realisierten Volatilität (RV20: 11,18), was bedeutet, dass Absicherung gemessen an der tatsächlichen Bewegungsintensität der letzten 20 Tage teuer ist. Das stützt die Dämpfungs-These für heute, schränkt aber auch die Zuverlässigkeit des Expected Move als Tagesrahmen ein, sobald Retail Sales um 14:30 CEST einen Ausreißer liefern.
Der Skew-Wert liegt bei 1,19, knapp unter der 1,20-Schwelle für erhöhte Absicherungsnachfrage. Das Bild ist damit noch im normalen Bereich, aber nah an der Grenze. Vanna ist positiv (340.978): bei fallender Volatilität kaufen Dealer mechanisch Dax-Exposure nach, was die Put Wall 25.000 strukturell stützt und Dip-Käufe auf dem Weg nach unten verstärkt. Da der VDAX bereits auf absolutem Tiefstand ist, bleibt dieser Mechanismus für heute aktiv, aber mit wenig Luft nach unten.
Die VSTOXX-Terminstruktur zeigt stabilen Contango (Ratio 0,758, unverändert gegenüber Vortag). Das stützt die Dämpfungs-These und spricht gegen Momentum-Regime. Charm ist positiv (199.821), was für die Verfallswoche ungewöhnlich konstruktiv ist: kein Intraday-Erosions-Druck aus diesem Kanal.
Sekundäre Gamma-Cluster bei 26.300, 26.250 und 26.000 bilden Reibungszonen auf dem Weg nach unten. Im Frontmonats-GEX (Aug 2026) wirken die Magnete 26.400, 26.250 und 26.200 als Reaktions- und Anziehungsmarken für das intraday Dealer-Hedging. Die OI-Akkumulation am Strike 25.500 (von 19k auf 25k) und an der Call Wall 26.500 (von 10k auf 14k) zeigt, dass der Markt auf beiden Seiten aufgebaut hat. Der Verfall am 21. August liegt in 7 Tagen; das Pre-OPEX-Fenster ist strukturell konstruktiv (Vanna/Charm-Grind-Tendenz). Nach dem Verfall wird die Gamma-Landschaft neu gemischt.
Der FDAX notiert bei 26.472 (Sep 2026, Basis +48). Die Basis entspricht dem üblichen Cost-of-Carry und ist kein Richtungssignal. Die P/C-Ratio liegt bei 1,90, deutlich im Put-lastigen Bereich: Market Maker sind auf der Put-Seite exponiert und hedgen Dips aktiv. Das stärkt die untere Seite, bedeutet aber auch, dass bei einem echten Put-Wall-Bruch die Hedge-Auflösung beschleunigt wirken würde. Makro: DAX steht über SMA200 (24.490) und SMA50 (25.252), der übergeordnete Rahmen ist konstruktiv.
04Szenarien
- Zone
- Call Wall 26.500, 76 Punkte über Spot
- Bestätigung
- Hohes Absorptionsvolumen am Strike 26.500, Preis stallt und dreht unter 26.480; kein nachhaltiges Schließen über der Call Wall
- Ziel
- Erster Cluster 26.400, dann 26.300; bei Fortsetzung 26.250 und 26.000
- Zone
- Call Wall 26.500
- Bestätigung
- Stundenschluss über 26.500 mit steigendem Volumen, kein Rückfall darunter; bevorzugt nach 14:30 CEST (US Retail Sales als Katalysator)
- Ziel
- 26.550, dann Cluster bei 26.650-26.700; 26.800 als Fernziel (1x EM ab Breakout)
- Zone
- Wendepunkt (Zero Gamma) 25.895
- Bestätigung
- Stundenschluss unter 25.895; VDAX-Anstieg und Skew-Ausweitung als Begleitung
- Ziel
- Put Transition 25.445, dann Put Wall 25.000
