Pinning beschreibt die Neigung eines Kurses, sich zum Verfall an einem Ausübungspreis mit hoher Gamma-Konzentration festzusetzen. Der Kurs wird dort wie von einem Magneten in einer engen Spanne gehalten.
Der Grund liegt in der Absicherung. Sind die Optionshändler an einem Strike stark long Gamma, kaufen sie den Basiswert bei Rückgängen und verkaufen ihn bei Anstiegen, um ihr Risiko neutral zu halten. Dieses Handeln gegen die Bewegung zieht den Kurs immer wieder zum Strike zurück.
Der Effekt ist am größten kurz vor dem Verfall und an Strikes mit viel Optionsinteresse, weil das Gamma einer Option am Geld dann seinen höchsten Wert erreicht. Beim DAX ist er rund um die großen ODAX-Verfallstage besonders gut zu beobachten. Nach dem Verfall verschwindet das Interesse, und das Pinning löst sich.
Pinning setzt ein dämpfendes, positives Gamma-Regime voraus. Im negativen Regime kehrt sich die Wirkung um, und statt Festhalten entsteht Beschleunigung. Ob ein Strike tatsächlich pinnt, ist eine Tendenz, keine Regel.
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