Das Gamma-Regime beschreibt, wie sich der Markt aufgrund der Optionsabsicherung verhält. Es gibt zwei Zustände. Welcher gilt, entscheidet sich am Wendepunkt, dem Kurs, an dem das Gamma-Vorzeichen kippt. Dieser Artikel geht nicht auf die Grenze selbst ein, sondern darauf, was die beiden Zustände praktisch für den Kursverlauf bedeuten.
Im positiven Regime läuft die Absicherung gegen die Bewegung. Steigt der DAX, verkaufen die Absicherer, fällt er, kaufen sie. Das dämpft Schwankungen. Kurse pendeln eher in einer Spanne, Rücksetzer werden aufgefangen, und Ausbrüche haben es schwer, Fahrt aufzunehmen. Für den Handel bedeutet das, dass Bewegungen an den Rändern der Spanne häufiger umkehren als durchbrechen.
Im negativen Regime läuft die Absicherung mit der Bewegung. Fällt der DAX, verkaufen die Absicherer zusätzlich, was den Fall verstärkt. Steigt er, kaufen sie nach. Kurse neigen dann zu Trends und schärferen Ausschlägen, und dieselbe Nachricht bewegt den Markt stärker als im positiven Regime.
Ein Hinweis zur Einordnung: Welches Regime gilt und wie deutlich es sich zeigt, folgt aus einer Schätzung der Positionierung, nicht aus einer gemessenen Größe. Die beschriebenen Muster sind Tendenzen, keine Regeln. Auch im positiven Regime kann der Markt kräftig ausbrechen, wenn ein starker Impuls von außen kommt.