Wenn ein Marktteilnehmer eine Option kauft, braucht er eine Gegenseite. Diese Gegenseite ist meist ein Market Maker, oft eine Bank oder ein spezialisierter Händler, der Optionen laufend stellt. Der Market Maker will an der Spanne zwischen Kauf und Verkauf verdienen, nicht auf die Richtung des DAX wetten. Deshalb sichert er das Richtungsrisiko ab.
Die Absicherung läuft über den Basiswert. Verkauft der Market Maker einen Call, entsteht für ihn ein Risiko, falls der DAX steigt. Um es auszugleichen, kauft er DAX-Futures. Bewegt sich der Kurs, ändert sich das nötige Absicherungsvolumen, und der Market Maker justiert nach. Dieses fortlaufende Kaufen und Verkaufen zur Neutralisierung des Richtungsrisikos heißt Delta-Hedging, oder eben Dealer Hedging.
Das Absicherungsvolumen ist nicht klein. In einem liquiden Markt wie dem DAX summieren sich die Positionen über viele Kontrakte, und die Anpassungen laufen über echte Käufe und Verkäufe im Future. Genau diese Handelsströme erzeugen die Kräfte, die Gamma Exposure sichtbar macht.
Die Richtung dieser Kräfte hängt vom Gamma-Vorzeichen ab. Sind die Market Maker in Summe long Gamma, wirkt ihr Hedging dämpfend. Sind sie short Gamma, wirkt es verstärkend. Welcher Fall vorliegt, folgt aus der Positionierung, und die ist nicht vollständig beobachtbar. Modelle wie das Cockpit schätzen sie aus den offenen Kontrakten, treffen dabei aber eine Annahme darüber, wer auf welcher Seite steht.
Für den DAX bezieht das Cockpit die dafür nötigen Optionsdaten aus den ODAX-Kontrakten der Eurex.