Die implizite Korrelation misst, wie eng sich einzelne Aktien relativ zum Index bewegen, abgeleitet aus den Optionspreisen. Sie zeigt, ob einzelne Titel von breiten Marktkräften oder von ihrer eigenen Positionierung getrieben werden. Eine gebräuchliche Variante ist die Ein-Monats-Korrelation.
Ist die Korrelation niedrig, handeln Einzelwerte unabhängig, und optionsgetriebene Hedging-Flows prägen die einzelnen Namen stärker. Dann sind gamma-basierte Levels auf Einzelwert-Ebene am verlässlichsten. Ist die Korrelation hoch, läuft alles im Gleichschritt, typisch bei makro-getriebenem Verkauf, und einzelne Levels treten in den Hintergrund.
Der Dispersion-Trade nutzt das Verhältnis von Index-Volatilität zu Einzelwert-Volatilität, klassisch verkauft man die Index-Volatilität und kauft die der Einzelwerte, wenn die Korrelation niedrig ist. Für den DAX mit seiner überschaubaren Zahl an Werten ist ein solcher Trade dünner und schwerer umsetzbar als auf den großen, tiefen US-Indizes. Als Regime-Kontext bleibt die Korrelation aber nützlich: Bei niedriger Korrelation greift das Gamma-Framework sauber, bei Korrelationsspitzen verliert der einzelne Level an Gewicht.
Die implizite Korrelation ist ein Kontextmaß, kein direktes Handelssignal.
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