Die Dealer-Netto-Positionierung beschreibt, wie das offene Optionsinteresse zwischen den Absicherern und ihren Kunden verteilt ist. Diese Verteilung ist der Ausgangspunkt jeder Gamma-Analyse, denn nur wer weiß, auf welcher Seite die Absicherer stehen, kann ableiten, in welche Richtung sie hedgen müssen.
Das Problem: Diese Information ist nicht öffentlich. Jeder Market Maker kennt nur seine eigenen Bücher, niemand sieht das ganze Bild. Die Positionierung lässt sich deshalb nicht messen, sondern nur über Modelle und Annahmen schätzen.
Absicherer stellen ihre Bücher zuverlässig täglich neutral, andere Marktteilnehmer nur gelegentlich. Diese Asymmetrie erzeugt wiederkehrende, halbwegs vorhersehbare Handelsströme, selbst wenn die Schätzung nur grob, aber überwiegend richtig ist. Für Indexprodukte wie den DAX ist die übliche Arbeitsannahme, dass die Absicherer Puts verkauft und Calls gehalten haben, was aus der Verbreitung von Absicherungs- und Einkommensstrategien folgt.
Alle Levels des Cockpits ruhen auf dieser Schätzung. Sie ist ein Modell, keine gemessene Größe, und sollte immer als solche gelesen werden.
Live-Levels, Marktmodus und Absicherungsdruck in Echtzeit, aus echten Eurex-ODAX-Optionsdaten.
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