Die Terminstruktur ist die implizite Volatilität, aufgetragen über verschiedene Verfallstermine. Sie zeigt, ob der Markt kurzfristig oder auf längere Sicht mehr Bewegung einpreist.
Im Normalzustand steigt die Kurve leicht an, weil über längere Zeiträume mehr Unsicherheit besteht. Diese Form heißt Contango. Liegt die kurzfristige Volatilität über der längerfristigen, spricht man von Backwardation. Das ist ein Zeichen für akuten kurzfristigen Stress und tritt oft rund um Notenbanktermine oder in Marktkorrekturen auf.
Änderungen der Kurvenform gehen Stimmungswechseln oft voraus. Springt die kurzfristige Volatilität nach oben, drängt Absicherungsnachfrage in die vorderen Verfallstermine, noch bevor sich das deutlich im Kurs zeigt. Für den DAX lassen sich diese Termine über die ODAX-Verfälle ablesen. Wer zwei Laufzeiten vergleichen will, sollte nicht die rohen Werte nebeneinanderstellen, sondern über die Varianz die Forward-Volatilität bestimmen.
Die Terminstruktur beschreibt Erwartungen, keine Gewissheit. Sie zeigt, was der Markt einpreist, nicht, was eintreten wird.
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