Das Gap steht, hält es bis zum Mittag?
Der DAX springt mit 235 Punkten Gap auf 25.864 (08:30 CEST); 26.000 und 25.000 liegen je mehr als 3× EM entfernt, der Wendepunkt 25.572 ist die einzige relevante Grenze.
Der DAX springt zur Xetra-Eröffnung mit einem Gap von 235 Punkten auf 25.864 (Stand 08:30 CEST) und liegt damit erstmals seit Freitag deutlich über dem Wendepunkt 25.572. Beide Pole, 26.000 und 25.000, sind heute bei einer erwarteten Eröffnungsspanne von 80-120 Punkten nicht in Tagesreichweite; das Spiel findet zwischen den sekundären Gamma-Clustern statt. Entscheidend ist, ob das Gap als Angebot akzeptiert wird oder der Markt in die Freitagsrange zurückfällt und den Wendepunkt testet.
01Schlüssel-Levels
02Einordnung
Über dem Gamma Flip bei 25.572 dämpfen Dealer-Hedgingflüsse Bewegungen; Rücksetzer treffen dort tendenziell auf Absicherungsnachfrage.
An der Call Wall bei 26.000 steigt der Hedging-Druck der Dealer; das Level markiert die größte Call-Gamma-Konzentration.
An der Put Wall bei 25.000 konzentriert sich absicherungsgetriebenes Open Interest; dort ist die Hedging-Aktivität der Dealer erhöht.
Das HVL bei 25.572 markiert die Zone, in der das Gamma-Profil kippt; um dieses Level wechselt das Dealer-Hedging die Richtung.
Keine Anlageberatung. Reine Datenanalyse und Statistik; Handeln auf eigenes Risiko.
03Marktbild
Freitag endete mit einem Hoch bei 25.891 und einem Tief bei 25.549; die 26.000 Call Wall wurde nicht erreicht, die 25.000 Put Wall blieb 550 Punkte entfernt. Der Wendepunkt 25.572 wurde intraday kurz verletzt, hielt aber zum Settlement. Heute springt der Markt mit einem Gap von 235 Punkten auf 25.864 (Stand 08:30 CEST) und testet damit sofort die Nähe zur 26.000 Call Wall.
Das Gap entspricht exakt 1x EM und ist damit ein eigenständiges Thema. Die Eröffnung liegt außerhalb der gestrigen Value Area (VAH 25.888 FDAX-bereinigt), was strukturell ein Ungleichgewicht signalisiert. Wer Freitag short gegangen ist oder unter dem Wendepunkt abgesichert war, ist heute auf dem falschen Fuß; ein Rückfall in die Freitagsrange würde rund 80 % der Zeit bis zur gegenüberliegenden VA-Seite traversieren.
Die implizite Volatilität (VDAX 17,27) liegt im 11. Perzentil der letzten 90 Handelstage, also nahe dem unteren Rand der Verteilung. Mit einer IV-Prämie von +3,2 Punkten gegenüber der realisierten Volatilität (RV20 14,09) ist Absicherung teuer, was die Dämpfungs-These stützt; gleichzeitig ist der Markt bei dieser Kompression anfällig für plötzliche Vol-Sprünge, sollte ein Auslöser erscheinen. Der Skew-Ratio von 1,28 liegt über 1,20 und zeigt erhöhte Absicherungsnachfrage auf der Put-Seite; das ist eine Frühwarnung, noch kein akutes Signal.
Der P/C-Ratio von 1,81 ist deutlich put-lastig. In Gamma Long bedeutet das: Market Maker kaufen Dips mechanisch, die Put Wall erhält strukturellen Rückhalt. Bricht die Put Wall dennoch, kehren sich die Hedges in die Schwäche um und die Auflösung wäre heftig. Vanna ist am Spot positiv (374.918); bei fallender Vol kaufen Dealer mechanisch, was die Put Wall weiter stärkt. Der FDAX Sep 2026 notiert mit einer Basis von +97 Punkten, das ist Cost-of-Carry ohne Richtungssignal.
Der dominante Verfall ist Aug 2026 mit einem Beitrag von über 119 % zum Gesamt-GEX und noch 21 Tagen bis Settlement (21.08.2026). Wir befinden uns in der Zyklusmitte; der Verfall in 18 Tagen bringt nach seinem Ende einen Gamma-Reset, die Landschaft wird neu gemischt. Das Sep-2026-Paket trägt ein negatives GEX-Vorzeichen; das ist ein Verfallskonflikt, der die Konfidenz aller Szenarien dämpft. Konkret: Aug zieht den Markt in ruhiges Fahrwasser, Sep verstärkt theoretisch Bewegungen; das Netto-Bild (aggregierter GEX deutlich positiv) wird von Aug dominiert, aber die Konfidenz für gerichtete Szenarien bleibt reduziert.
Saisonalität im August ist neutral (kein Bias), kein Rückenwind und kein Gegenwind für die heutigen Szenarien. Makro: DAX über SMA200 (24.395) und SMA50 (25.031), das ist der konstruktive Rahmen, ändert aber weder Regime noch Szenarien. Die VSTOXX-Terminstruktur ist heute nicht verfügbar (V6I1/V6I2 fehlen); keine Contango/Backwardation-Einschätzung möglich. Die sekundären Gamma-Cluster bei 25.800, 25.700 und 25.500 sind heute die relevanten Reibungszonen im Niemandsland zwischen den Polen.
04Szenarien
- Zone
- Call Wall 26.000 (±75 Punkte Reaktionszone)
- Bestätigung
- Hohes Volumen läuft in 26.000, Preis stallt und dreht unter 25.950; kein nachhaltiger Schluss darüber.
- Ziel
- Erster Cluster 25.800, dann 25.700, bei Fortsetzung 25.500; Wendepunkt 25.572 als Ziel nur bei deutlichem Volumen-Flow.
- Zone
- Call Wall 26.000 (Ablehnung als Auslöser) oder Verkaufsflow nach dem Open
- Bestätigung
- Rückfall unter 25.777 (Vol Trigger) mit zunehmendem Volumen und Annahme unterhalb des Freitags-VAL; der Markt akzeptiert das Gap-Niveau nicht.
- Ziel
- Vol Trigger 25.777, dann sekundärer Cluster 25.700; bei starkem Rücksetzer Wendepunkt 25.572 als Grenze.
- Zone
- Wendepunkt (Zero Gamma) 25.572
- Bestätigung
- Nachhaltiger Schluss unter 25.572 mit Volumen; kein Rückeroberungsversuch innerhalb von 15-30 Minuten.
- Ziel
- Sekundärer Cluster 25.500, dann 25.000 Put Wall als Fernziel (außerhalb 1x EM, nur bei Regimebruch).
