Put Wall rückt näher, Dealer verstärken jede Bewegung.
Der DAX eröffnet mit einem Gap von 79 Punkten nach unten und notiert in der Vorbörsed bei 24.752, knapp 252 Punkte über der 24.500 Put Wall. Im Gamma-Short-Regime verstärken Market Maker jede Richtungsbewegung, statt sie zu dämpfen. Das eine Ding des Tages: hält 24.500, oder öffnet ein Bruch die nächste Beschleunigungszone.
01Schlüssel-Levels
02Einordnung
Unter dem Gamma Flip bei 25.445 verstärken Dealer-Hedgingflüsse Bewegungen, statt sie zu dämpfen.
An der Call Wall bei 25.000 steigt der Hedging-Druck der Dealer; das Level markiert die größte Call-Gamma-Konzentration.
An der Put Wall bei 24.500 konzentriert sich absicherungsgetriebenes Open Interest; dort ist die Hedging-Aktivität der Dealer erhöht.
Das HVL bei 25.445 markiert die Zone, in der das Gamma-Profil kippt; um dieses Level wechselt das Dealer-Hedging die Richtung.
Mit dem Verfall sind die daran gebundenen Optionspositionen ausgelaufen; das zugehörige Dealer-Hedging entfällt, bis sich neues Open Interest aufbaut.
Keine Anlageberatung. Reine Datenanalyse und Statistik; Handeln auf eigenes Risiko.
03Marktbild
Am Freitag wurde die ehemalige Put Wall bei 24.700 unterschritten (Tief 24.651), der Wendepunkt bei 24.951 intraday verletzt. Wer auf eine Stabilisierung gesetzt hatte, wurde auf dem falschen Fuß erwischt. Die Gamma-Kurve hat daraufhin neu gemischt: Der Wendepunkt ist auf 25.445 hochgewandert, die Put Wall auf 24.500 gefallen. Das ist keine Entwarnung, das ist Landschaftswechsel.
Der heutige Montag startet mit einem Gap von 79 Punkten (0,34x der erwarteten Bewegung von 232 Punkten). Die Vorbörsendikation liegt bei 24.752, damit eröffnet der Markt unter dem Freitags-Kassaschluß von 24.831. Das Gap ist klein genug, um schnell geschlossen zu werden, aber groß genug, um das Tagesgeschehen zu prägen. Entscheidend ist, ob der Markt die Eröffnung akzeptiert oder unmittelbar Richtung 24.500 zieht.
Das Regime ist Gamma Short. Market Maker sind in diesem Umfeld gezwungen, prozyklisch zu hedgen: Fällt der Markt, verkaufen sie; steigt er, kaufen sie. Keine dämpfende Kraft, kein struktureller Boden außer der 24.500. Die Cluster bei 24.800, 24.700 und 24.550 aus dem Strike-GEX sind Reibungszonen, keine Unterstützungen. Ein Bruch durch sie ist Beschleunigung, keine Umkehrchance.
Der Skew-Ratio liegt bei 1,28, deutlich über 1,20: Die Absicherungsnachfrage ist bereits erhöht, der Optionsmarkt preist Downside-Risiken ein. Die P/C-Ratio von 1,68 zeigt eine stark Put-lastige Positionierung. Das stützt zwar mechanisch die Put Wall, aber: bricht sie, drehen die Hedge-Verkäufe prozyklisch in die Schwäche. Vanna ist positiv (344.440), bei fallender Volatilität entstehen mechanische Kaufimpulse; bei steigender Vol verkaufen Dealer in die Schwäche, was wie Gamma Short wirkt und die Put Wall unter Druck setzt.
Der VDAX steht bei 17,89, im 19. Perzentil der letzten 90 Handelstage. Das ist Kompression nahe dem unteren Rand: Der Optionsmarkt ist relativ sorglos, das Überraschungsrisiko nach oben bei der Vol ist erhöht. Eine IV-Prämie von +2,6 Punkten gegenüber der realisierten 20-Tage-Volatilität (15,32) besteht noch, aber sie ist schmal. Die VSTOXX-Terminstruktur ist heute nicht live verfügbar; als Proxy aus den Cockpit-IV-Daten lässt sich keine belastbare Contango- oder Backwardation-Aussage ableiten.
Wir befinden uns im Window of Weakness nach dem Juli-OPEX. Die stützende Vanna/Charm-Mechanik des Pre-OPEX-Fensters ist entfallen; der nächste Verfall am 21. August liegt 32 Tage entfernt. Die Gamma-Landschaft wird sich bis dahin weiter neu sortieren, der heutige Stand ist kein stabiles Gleichgewicht. Die saisonale Großwetterlage für Juli gibt einen leichten Long-Rückenwind (Median +1,42% für den Monat, noch elf Resttage), aber dieser saisonale Bias ist im Gamma-Short-Regime kein Freifahrtschein.
Makro: Der DAX notiert über dem SMA200 bei 24.345, aber unter dem SMA50 bei 24.832. Structural bid von der 200er-Linie, kurzfristiger Gegenwind von der 50er-Linie. Der deutsche PPI YoY um 08:00 ist heute der einzige Datenpunkt; Überraschungen dort können die Eröffnungsphase kurzfristig bewegen, aber sie ändern nicht das Gamma-Regime.
04Szenarien
- Zone
- Eröffnung unter 24.800, Put Wall bei 24.500
- Bestätigung
- Eröffnung unter 24.800 wird nicht zurückgekauft; Volumen läuft in die Schwäche; Reibungszone 24.700 wird mit Momentum durchhandelt.
- Ziel
- Erstes Ziel Reibungszone 24.700, dann 24.550, Hauptziel 24.500 Put Wall.
- Zone
- Put Wall bei 24.500, Absorption an der Put Wall
- Bestätigung
- Put Wall 24.500 wird angelaufen und absorbiert (hohes Volumen, Preis stallt); anschließend Erholung mit Momentum über 24.600.
- Ziel
- Erstes Ziel Reibungszone 24.700, dann 24.800; Call Wall 25.000 nur bei vollständiger Stabilisierung im Tagesverlauf.
- Zone
- Put Wall bei 24.500
- Bestätigung
- Put Wall 24.500 wird mit Momentum und ohne Stall durchhandelt; Volumen nimmt im Bruch zu.
- Ziel
- Beschleunigungszone unterhalb 24.500; nächster GEX-Cluster bei 24.300 als Orientierung.
