Spot unter dem Wendepunkt, Fortsetzungsdruck bleibt aktiv.
Der DAX notiert Stand 15:46 CEST bei 25.165, damit klar unterhalb des Wendepunkts (Zero Gamma) 25.432 und im Gamma-Short-Regime, in dem Market Maker Bewegungen verstärken statt dämpfen. Die Eröffnung bei 25.001 lag mit minus 10 Punkten im Rahmen; seitdem hat sich der Markt auf 25.165 erholt, bleibt aber über 267 Punkte vom Wendepunkt entfernt. Der entscheidende Strukturpunkt heute Nachmittag ist, ob die US-Session ab 15:30 CEST den Kurs in Richtung Call Wall 25.000 zurückdrückt oder ob die Erholung weiter trägt. Zusätzlich belastet ein Verfallskonflikt zwischen Aug 2026 und Sep 2026 die Zuverlässigkeit aller Niveaus.
01Schlüssel-Levels
02Einordnung
Unter dem Gamma Flip bei 25.432 verstärken Dealer-Hedgingflüsse Bewegungen, statt sie zu dämpfen.
An der Call Wall bei 25.000 steigt der Hedging-Druck der Dealer; das Level markiert die größte Call-Gamma-Konzentration.
An der Put Wall bei 24.500 konzentriert sich absicherungsgetriebenes Open Interest; dort ist die Hedging-Aktivität der Dealer erhöht.
Das HVL bei 25.432 markiert die Zone, in der das Gamma-Profil kippt; um dieses Level wechselt das Dealer-Hedging die Richtung.
Keine Anlageberatung. Reine Datenanalyse und Statistik; Handeln auf eigenes Risiko.
03Marktbild
Am gestrigen Dienstag testete der DAX die Call Wall 25.000 und hielt dort mit einem Tageshoch bei 25.011; die Put Wall 24.500 wurde nicht erreicht (Tagestief 24.817), der Wendepunkt 25.432 wurde intraday verletzt. Heute eröffnete die Kasse bei 25.001, nahezu auf der Call Wall, und hat sich seitdem auf 25.165 erholt; der Markt läuft damit in eine Zone, die zwischen Call Wall und dem nächsten Gamma-Cluster bei 25.300 liegt.
Das dominierende Regime ist Gamma Short: Sep 2026 trägt mit rund 104% zur aggregierten Gamma-Exposition bei (dte 59), während Aug 2026 mit minus 21% entgegenwirkt. Dieser Verfallskonflikt zwischen den beiden dominanten Verfällen dämpft die Zuverlässigkeit aller Struktur-Level erheblich; die Konfidenz der Szenarien ist entsprechend reduziert. Im Gamma-Short-Umfeld verstärken Market-Maker-Hedges jede Richtung, Gegenbewegungen finden wenig strukturelle Dämpfung.
Der Wendepunkt 25.432 ist zusätzlich als artefaktverdächtig markiert: Ein Gamma-Flip-Shift von 2.466 Punkten wurde unterdrückt, da er deutlich außerhalb des statistischen Rahmens liegt und keine ausreichende OI-Deckung im Umfeld aufweist. Das Level existiert im Cockpit, seine eingeschränkte Verlässlichkeit sollte bei der Einschätzung als Regimegrenze bewusst bleiben.
Die Call Wall 25.000 ist laut Cockpit als fragil eingestuft; gestern hat sie gehalten, aber bei erneuter Schwäche fehlt hinter ihr das OI-Fundament für eine kraftvolle Verteidigung. Die Put Wall 24.500 wird mit mittlerer Qualität bewertet; die sekundären Gamma-Cluster bei 24.800, 24.700 und 24.600 (nahe Put Transition 24.625) würden eine Abwärtsbewegung in Etappen bremsen, aber nicht stoppen.
Vanna ist mit 383.917 positiv. Im Gamma-Short-Kontext mit steigender Vol bedeutet das: Dealer verkaufen in die Schwäche, was die Abwärtsbewegung verstärkt. Der VDAX liegt bei 17,56, im 16. Perzentil der letzten 90 Handelstage; die implizite Volatilität ist nahe dem unteren Rand ihrer historischen Spanne, was das Risiko abrupter Vol-Sprünge erhöht. Die IV-Prämie von +2,1 Punkten über RV20 (15,47) stützt grundsätzlich die Absicherungsnachfrage, ist aber kein Regime-Signal.
Der Skew 1,28 liegt deutlich über 1,20: Die erhöhte Absicherungsnachfrage auf der Put-Seite ist im Optionsmarkt bereits eingepreist; Put-25d-IV bei 18,0% gegenüber Call-25d-IV bei 14,04%. Das Euwax-Sentiment bei -42,9 ist ein konträres Signal: Retail-Investoren positionieren sich ungewöhnlich stark auf der Put-Seite, was historisch eher als Contrarian-Long-Hinweis gilt, aber kein Gamma-Signal ist. Die VSTOXX-Ratio liegt bei 0,94 (neutral, Vortag ebenfalls neutral); keine Backwardation, die Dämpfungs-These ist damit nicht strukturell in Frage gestellt.
Das P/C-Ratio von 1,69 ist deutlich Put-lastig; im Gamma-Short-Kontext bedeutet das: Sollte die Call Wall 25.000 brechen, dürften die zugehörigen Hedge-Positionen prozyklisch verkauft werden und den Rückgang beschleunigen. Die Window-of-Weakness-Phase (post-OPEX, Verfall am 21.8.2026 in 30 Tagen) bedeutet, dass die strukturelle Stützung durch Vanna-/Charm-Grind wegfällt. Der saisonale Bias für Juli ist leicht positiv (Long-Bias, mittlere Überzeugung), stützt die Erholung seit Eröffnung, ändert aber nicht das Gamma-Regime. Makro: DAX über SMA200 (24.353) und SMA50 (24.868), der übergeordnete Trend ist intakt.
04Szenarien
- Zone
- Call Wall 25.000-25.050
- Bestätigung
- Absorption an der Call Wall 25.000: hohes Volumen läuft ins Level, Kurs stagniert oder dreht; kein nachhaltiger Stundenclose über 25.050.
- Ziel
- Erster Cluster 24.800, dann 24.700 und 24.625 (Put Transition); Put Wall 24.500 als Fernziel.
- Zone
- Wendepunkt (Zero Gamma) 25.400-25.432
- Bestätigung
- Kurs erreicht 25.432 und scheitert dort; kein Stundenclose über 25.450. Der Wendepunkt ist artefaktverdächtig; ein echter Regime-Test braucht Volumen-Bestätigung.
- Ziel
- Rückfall auf Call Wall 25.000, dann Cluster 24.800.
- Zone
- Put Wall 24.500-24.550
- Bestätigung
- Kurs erreicht Put Wall 24.500, Volumen-Absorption dort sichtbar; kein Stundenclose unter 24.450.
- Ziel
- Erholung auf Cluster 24.700, dann 24.800; Call Wall 25.000 als Fernziel.
